Zu Ostern dieses Jahr eine weitere Episode aus der beliebten Serie Für meine Tochter tu ich alles: mit dem Flugzeug von BER nach LHR, um die Harry Potter Studios zu besuchen. Es hätte so einfach sein können…
…wenn nämlich die Begeisterung für diesen Zauberer nicht erst im Spätherbst 2024, sondern bereits im Sommer 2024 erwachsen wäre. Da waren wir nämlich schon in der Gegend und hätten problemlos einen Schwenker Richtung Watford einbauen können. Aber Kinder lassen sich nunmal nicht vorschreiben, wofür sie sich wann wie sehr begeistern. Also war der Plan: Montag hin, Dienstag da, Mittwoch zurück.
Flugreisen sind ja schon länger nicht mehr bei uns im Regelprogramm gewesen, und irgendwie ist die kindliche Begeisterung dafür bei den Erziehungsberechtigten nicht mehr so ganz 100% vorhanden. Stressig, nervig, die Liste der „Früher war alles besser“-Punkte wird länger. Trotzdem, 2 Stunden wird man schon schaffen. Premiere: nach einer nicht mehr zählbaren Anzahl an Flügen seit 2003(?) zum allerersten Mal erlebt, dass das Flugzeug 20 Meter vor dem Aufsetzen nochmal durchstartet. Brauchte jetzt keiner unbedingt, aber okay.
Die Harry Potter Studio Tour findet, man könnte es ahnen, in den Filmstudios statt, in denen Harry Potter gedreht wurde. Und die befinden sich im malerischen(?) Örtchen Watford, nordwestlich von London. Kommt man unproblematisch vom Flughafen aus hin. Die High Street säumt eine Filiale einer beliebigen Fast Food-Kette nach der anderen, alles eingerahmt vom ganz individuellen Einkaufszentrum und letztenendes bevölkert von der ganz ureigenen britischen Mischung aus 12 jährigen Hooligans und 16 jährigen Müttern. Leider hatte Watford Mitte noch ein ganz anderes Problem, denn es ließ sich zum Abend kein akzeptabler Pub auftun: Montags geschlossen, abends keine Küche, gar keine Küche, kein Cask Ale, Koch in der Pause. Wir haben dann bei kein Cask Ale auf das Ende der Pause gewartet (bzw. sind einmal kurz zu gar keine Küche und wieder zurück geschlendert), nur um dann von Problemen mit der Fitteuse ausgebremst zu werden. Gleichzeitig waren wir aber auch schon so müde, dass wir einfach genommen haben, was es eben noch gab.






Die Nacht war kurz und wir stehen früh auf
Nicht gut geschlafen allesamt, aber wir mussten eh früh starten. Das abendliche Pubdesaster konnte dankenswerterweise vom Frühstück mehr als wettgemacht werden, das Junction Cafe schlug in die gleiche Kerbe wie das geliebte Cafe One in Epsom. Frühstück können sie halt doch ganz gut.
Der Shuttlebus bringt uns und alle anderen zu den Studios, und dann geht die Runde durchs Zauberland los. Das zugrunde liegende Thema ist klar, es gibt:
- eine Menge (eine wirklich große Menge) Original-Sets und -Requisiten
- viel interaktives Zeugs
- eine Schnitzeljagd nach Schnatzen und Stempeln fürs Heft
- bekannte Fortbewegungsmittel zum Reinsetzen
- eine berühmte Brücke
- Butterbier
- und ganz viele Möglichkeiten, Geld auszugeben
Ist auf jeden Fall toll, und noch toller, wenn man Potterhead ist. Nur vom Butterbier, davon sollte man die Finger lassen, das ist nämlich widerlich. Aber immerhin bekommt man einen Becher zum Mitnehmen. Vergeben gern 9 von 10… Zauberstäben? Nüfflern? Hufflepuffs?








































Der Tag endete dann auch mit einer deutlich verbesserten Gastronomieerfahrung, das Etablissement war zwar kein klassischer Pub, aber das Bier war mikrogebraut und wurde händisch gepumpt. Die Nacht war nicht gut, aber okay, und das Frühstück wieder mäßig coronar gesund, dafür aber ausgezeichnet. Und weil der Flug erst um 16 Uhr ging, sind wir nochmal spontan nach London rein. Mehr gesunde Snacks am Borough Market und dann noch eine Runde zu Fuß entlang der Themse.










