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2025

Naja, wir machen jetzt einfach das Beste draus

So die ins Telefon geseufzte Aussage einer Urlauberin hier, die mit ihrer Familie in Deutschland telefonierte und anscheinend große Probleme hatte. Ist ja auch fürchterlich, Ende Dezember 25 Grad und Sonnenschein zu haben. Vielleicht war einfach das Bett zu schmal oder der Pool zu kalt.

Zum Abschluss des Urlaubspremierenjahres legen wir noch mehrere Premieren hinterher: erstes Mal Weihnachten im Urlaub, erstes Mal Ägypten, erstes Mal All Inclusive. Es war alles weniger schlimm, als man vielleicht erwartet hätte. Eher sehr schön.

Abflug zu nachtschlafender Zeit zum allerersten Mal (wieder eine Premiere) vom BER – der Flughafen, der schon zwei Mal auf unseren Tickets draufstand, aber damals hat da nun wirklich niemand ernsthaft dran geglaubt. War alles ganz entspannt und dank mitfliegenden „kleinen“ Kindern direkt einfach an die Spitze der Schlange geschwuppst. Bringt am Ende auch nichts, war aber lustig. Der Flug war langweilig.

Ankunft pünktlich in Hurghada. Wir waren aus den Horrorgeschichten auf wirklich alles vorbereitet: fliegende Händler, Koffer, die uns aus der Hand gerissen und nur gegen Bargeld freigegeben werden, kostspielige Visa, Freiwild nach Verlassen der Flughafentür. Wir waren enttäuscht, denn nichts davon ist eingetreten. Wir wurden abgeholt, in den Bus gesetzt, ins Hotel gefahren. Das ganze Adrenalin völlig umsonst ausgeschüttet.

Ab dann gab es eigentlich nur noch das erwartete Programm, wenn man mit Plastikband am Handgelenk herumläuft: Sonne, Pool, Essen, Pool, Essen, Pool… Wobei, ein paar Dinge können erwähnt werden.

  • Wie weit man hier läuft. Vom Restaurant zum Strand zum Pool hin und zurück. 15000 Schritte kommen locker zusammen. Hätten wir so nicht erwartet. Ist aber auch willkommen.
  • Windig ist das. Sonnig, aber windig. Und irgendwie ist die mitgebrachte Kleidungsauswahl optimierungsfähig. Haben uns aber auch ein wenig von der bloßen Zahl blenden lassen, 25 Grad kombiniert mit Sonne klingt eher viel. Nächstes Mal kommt wenigstens ein Kuschelpullover in den Koffer.
  • Alles ist irgendwie eine große Kaffeefahrt. Jeder buchbare Ausflug endet mit einer Alabasterfabrik oder Teppichknüpferei. Haben wir deshalb auch ausgelassen. Die Pyramiden auch, 4 Stunden im Bus klangen wenig attraktiv.
  • Auch die Runde mit dem Kamel am Strand war eine Kaffeefahrt, zumindest für Papa Tobi. Der wurde nämlich in einen Kiosk komplementiert und durfte sich alle Gewürze und Öle und Kamelmilche anschauen. Bin dann geflüchtet und ich fürchte, der arme Kioskbesitzer wartet mit dem versprochenen Tee immer noch auf mich.
  • Animation passiert wirklich. Wie man sich das so aus dem Fernsehen vorstellt. Einer kommt und dann macht der Aquagymnastik oder Yoga oder Zumba oder Darts oder oder oder. Und am Abend noch Minidisko, bevor die täglich wechselnde Show beginnt (keine angeschaut).

Tauchen und anderer Wassersport

Tauchen. 1 Tag, war schön, frühes Aufstehen inklusive. Es gibt seltsame Deutsche, die ebenfalls tauchen. Unter Wasser muss man glücklicherweise nicht mit ihnen sprechen. Über Wasser leider schon.

Fürs Schnorcheln war das Wasser ein wenig kühl. Wir haben es trotzdem gemacht und das Unterwasserkino hat nicht enttäuscht, aber mit Neo wäre es entspannter gewesen. Deshalb kommt ab jetzt bei Wasser immer der Neoprenanzug ins Gepäck. Immer! Und der Poncho.

Kinder haben täglich mehrere Stunden im Pool verbracht. Erwachsene einen Bruchteil davon.

Handtuchskulpturen

Heiligabend

Oh wow. Wir haben ja mit einem Weihnachtsmann auf dem Kamel gerechnet, aber was geliefert wurde… wow. Das Animationsteam fuhr mit geschmückten Golfcarts durch die Anlage, aus den Lautsprechern eine Art Weihnachtstechno, untermalt von konstantem „Merry Christmas“-Rufen. Dann, die Parade, Richtung Strand. Angekündigt durch wummernde Bässe, kamen der erhoffte Weihnachtsmann auf seinem Kamel, gefolgt von einer Weihnachtsfrau auf einem Esel, gefolgt von Elfen und anderweitig verkleideten, abgeschlossen von einem Känghuru. Well…

Wir haben dann den Baum geholt und am Strand Bescherung gemacht, um dem Höhepunkt des Weihnachtsdinners entgegen zu fiebern. Das war schon…beeindruckend. Von dem, was dort aufgefahren wurde, holla! Angestoßen haben wir mit einer Flasche feinstem ägyptischen Perlwein und sind dann irgendwann zum Showzelt weitergetigert. Hier sollte nämlich auch die Tombola stattfinden, und wir wären nicht spielsüchtig, wenn wir nicht für jeden ein Los gekauft hätten. Leider hat man sich im Showzelt aber entschieden, dass für eine gute Weihnachtsfeier auch die Trommelfelle reißen müssen. Weshalb wir die Kinder und Frauen sich haben retten lassen und uns dann wie Papas das so machen zu zweit bei warmem Bier durch Show und Loseziehen gequält haben. Es wurde zwar leiser, aber gewonnen haben wir nichts. Aber die Frau, die das Los direkt nach uns gekauft hat, die hat gewonnen…

Abreise

Kam unweigerlich auf uns zu. Bißchen Lagerkoller war schon dabei, aber die Sonne hinter uns zu lassen, war schon etwas traurig. Wir sind morgens noch einmal kurz in den Pool, dann ging es zum Flughafen. Unverhoffte Premiere: der Flug war verfrüht, halbe Stunde. Hat hier auch noch keiner erlebt und hat für mehr Stress gesorgt, das Souvenirkaufen am Gate musste leider ausfallen. Einen ebenso langweiligen Flug wie auf dem Hinweg später konnten wir dann auch endlich unseren eigenen Atem wieder sehen.

Nochmal?

Vorstellbar. Nicht jedes Jahr, aber vorstellbar. Nur den Sweet Spot im All Inclusive zu finden, das ist das Mühsame daran. Ich fürchte, wir waren schon nah dran, denn direkt über Heiligabend fahren anscheinend weniger Menschen in den Urlaub. Und so einen Feiertag gibt es nun mal nur einmal im Jahr. Abseits davon? Es wurden uns ja schon ab dem 26. zu viele Menschen, und das Hotel war weit von ausgelastet.

Aber sonst haben sich zumindest für diesen einen Urlaub die Vorbehalte gegenüber All Inclusive und Hotelanlagen in Hurhada als unbegründet erwiesen. Schön wars.